Sonntag, 10. Juni 2012

deutsche gruene: zurueck in die 1950er!

ich gehoere ja zu den wenigen menschen, die eine hundertprozentige gleichstellung aller menschen fordern: unabhaengig von herkunft, ethnie und geschlecht. ich lehne als antikapitalist das konzept der klassen ab, als arbeiterkind jede form von seilschaft und als diskriminierungsgegner selbstverstaendlich die quote. freiheit des einzelnen innerhalb einer solidarischen gesellschaft ist das hoechste zivilisatorische und demokratische gut, welches europa nach jahrhunderten der nationalstaatlichen, ethnischen und religioesen konflikte erreicht hat und das gilt es auch mit allen gebuehrenden mitteln zu verteidigen.

die gruenen scheinen das zunehmend anders zu sehen. angefangen von herabwuerdigenden und diskriminierenden quoten, um genau das wettzumachen (den teufel mit dem beelzebub austreiben, sozusagen) bis hin ueber das laute nachdenken des verbots von zigarettenautomaten. gerne haette frau vizebuergermeisterin von wien auch den sternwartepark frei zugaenglich gemacht, unabhaengig davon, dass dieser seit 130 jahren unangetastet ist, vor jahrzehnten zum naturdenkmal erklaert wurde und viele seltene tier- und pflanzenarten dort einen ungestoerten rueckzugsort gefunden haben. das aktuelle plakatieren von strafbaren handlungen (radfahren am gehsteig) im sinne des gegenseitigen toleranzgedankens, spreche ich hier gar nicht weiter an.

in deutschland scheinen sich die gruenen allerdings noch einen gang schneller in eine konservative partei zu verwandeln. die bildungsministerin von nrw, sylvia loehrmann, hat unlaengst angeregt, man solle doch, zumindest fuer bestimmte faecher, schueler wieder nach geschlecht trennen, um die inhalte „geschlechtergerecht“ vermitteln zu koennen. das genannte beispiel haette man dann doch eher aus dem christlich-sozialen, bayrischen umfeld erwartet: maedchen wollen in chemie wissen, „wozu man das brauche“ (anm.: das habe ich mich auch viele jahre gefragt - als junge), man koenne das ja am beispiel der kosmetik erklaeren.

da war er: der salto mortale zurueck in die zeit von maedcheninternaten, schuluniformen und knoedelakademien, weil man frauen ja „ernsthafte wissenschaft“ nicht zumuten wolle. ich bin gespannt, mit welchen grenzgenialen vorschlaegen der think tank der gruenen in nrw demnaechst eine gleichberechtigte, diskriminierungsfreie gesellschaft realitaet werden lassen wollen. getrennte schwimmbaeder waeren ja ein heisser tipp, angesichts des kommenden sommers.